Diesen Samstag nutzte die Mannschaft den ganzen Tag, um viele Facetten der technischen Hilfeleistung kennen zu lernen und zu üben.

 

Die Zugskommandanten organsierten gemeinsam mit den Gruppenkommandanten einen Stationsbetrieb sowie zwei Einsatzszenarien.

 

Der Übungstag begann mit einem kurzen Theorievortrag über Fahrzeugtechnik, Gefahren und Einsatztaktik bei Verkehrsunfällen. Zeugmeister Florian Cudy fasste die wichtigsten Infos zusammen.

 

Danach wurden die Fahrzeuge besetzt und Richtung Steinbruch Höflein ausgerückt. Dort erwarteten die Feuerwehrmänner und -frauen zwei knifflige Stationen.

 

Nummer eins war ein PKW nach einem Seitenaufprall, der auf eine Böschung geschleudert wurde (roter PKW). Der Fahrer war eingeklemmt und bewusstlos. Bei beiden Stationen stand weniger das schnelle, aber vielmehr das richtige und gewissenhafte Arbeiten im Vordergrund. Zuerst wurde ein Gerätesammelplatz errichtet und parallel dazu mit der Sicherung des Fahrzeugs mittels Freilandverankerung und Spanngurten begonnen.

 

Nachdem der PKW gesichert war, wurde gleich ein Innenretter zur Betreuung der Person in der Fahrzeug geschickt. Die restliche Mannschaft brachte das hydraulische Rettungsgerät (Schere und Spreizer) in Stellung. Die Seitenscheibe wurde rasch entfernt und die Fahrertür mittels Spreizer aufgebrochen. Die bewusstlose Person konnte rasch an den Rettungsdienst übergeben werden. Die restliche Zeit wurde genutzt, um die Vorteile des hydraulischen Stempels zu zeigen und am Unfallwrack auszuprobieren.

 

Die zweite Station drehte sich um die Handhabung der Hebekissen und die Aufgabe des Innenretters. Ein Fahrzeug hatte sich überschlagen und blieb auf dem Dach liegen. Eine Person war unter dem PKW eingeklemmt, eine zweite befand sich im Unfallfahrzeug. Nach der gemeinsamen Erkundung wurde das Fahrzeug mit einem Steckleiterteil und Unterbauschiebeblöcken gesichert und ein Gerätesammelplatz aufgebaut.

 

Zuerst widmete sich die Gruppe der Person unter dem PKW. Um das Gewicht vom Körper zu nehmen, wurden Keile zwischen Boden und Fahrzeug positioniert. Dann wurden die Hebekissen in den Zwischenraum geschoben und schließlich das Wrack soweit aufgehoben, sodass die Person befreit werden konnte. Als nächstes wurde eine Feuerwehrsanitäterin in das Unfallfahrzeug geschickt, um das Opfer, ein Jungfeuermann, zu betreuen und ihm eine Halswirbelsäulenschienung (sogennantes Stifneck) anzulegen. Währenddessen richtete die restliche Mannschaft das Spineboard her. Der Zugang erfolgte über den Kofferraum. Mit Hilfe des Innenretters wurde das Board unter den Verletzten geschoben. So konnte er sehr einfach aus der Kofferraumluke gerettet werden.

 

Am Nachmittag folgten zwei Einsatzübungen. Die erste Alarmierung lautete "Türöffnung mit Menschrettung - Unfall wird vermutet".

 

Daniel und Vicy Winter, beide ebenfalls bei der FF, stellten ein Abbruchhaus auf ihrem Grundstück zur Verfügung. Der Patient lag im ersten Stock, der Zugang war nur über eine verwinkelte Stiege möglich. Die Tür konnte rasch mittels Türöffungsausrüstung geöffnet werden. Feuerwehrsanitäter kümmerten sich um das gestürzte aber ansprechbare Opfer, während die Mannschaft die Ausrüstung für die Rettung bereitstellte.

 

Im Detail sollte die Person in der Korbschleiftrage über eine Seilbahn gerettet werden. Dazu wurde der Greifzug an einem Baum im Garten befestigt und das Seil durch ein Fenster im ersten Stock geführt. Im Haus wurden Holzpfosten am Fensterrahmen verkeilt und das Seil über eine Rundschlinge angeschlagen. Die Korbtrage mit Patient wurde an eine Umlenkrolle gehängt und diese wiederum ans Seil gehängt. Schließlich hieften die Feuerwehrleute die Trage über das Fensterbrett und ließen sich langsam unter ständigem Zug Richtung Garten hinunter.

 

Beim zweiten Einsatzszenario handelte es sich um einen brennenden PKW, bei dem Treibstoff ausgeronnen und ebenfalls in Brand geraten ist. Ein Atemschutztrupp führte den ersten Löschangriff mit der neuen UHPS-Löschanlage aus. Ein zweiter Trupp brachte eine Mittelschaumleitung in Stellung begann von der anderen Seite den Flüssigkeitsbrand zu bekämpfen. Binnen Minuten konnte Brandaus gegeben werden.

 

Die Organisatoren waren sehr zufrieden mit der Leitung der Mannschaft - der erste derartige Ausbildungstag wurde auch von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. In Zukunft wird es zwei Ausbildungstage im Jahr geben, die es möglich machen, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen.

 

Der Abschluss des erfolgreichen Übungstages fand beim FF-Heurigen der Weidlinger Kameraden statt.

 

 

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