Dichter Rauch, noch ahnt niemand etwas von der drohenden Katastrophe. Plötzlich schriller Glockenlärm. Feueralarm in der öffentlichen Volksschule in Kritzendorf. Den Kindern ist der Fluchtweg über das Stiegenhaus versperrt, eine spektakuläre Rettungsaktion läuft an. 88 Buben und Mädchen müssen über Feuerwehrleitern evakuiert werden. Zum Glück nur eine Übung, die für Lehrer und Schüler völlig überraschend kam. Eingeweiht waren lediglich die Einsatzkräfte der Kritzendorfer Feuerwehr sowie die Schuldirektorin.

 

Trotz der Aufregung verlief die Rettungsaktion äußerst diszipliniert und vorbildlich.

 

Während die Kinder in ihren Klassen fleißig Mathematik und Deutsch büffelten, trieben sich zwei Feuerwehrmänner unbemerkt im Keller der Volksschule herum – sie brachten eine Nebelmaschine in Stellung. Ihr Ziel: Das Schulgebäude mit harmlosen Theaterrauch zu vernebeln.

 

Wenige Minuten später zogen bereits die ersten Rauchschwaden unter den Türschlitzen in die Klassenzimmer. Um 10.28 Uhr läutete in der Feuerwehrzentrale der Notruf. Eine Lehrerin meldet: „Bei uns brennt es, schicken Sie bitte die Feuerwehr.“ Die ist nach vier Minuten mit drei Einsatzfahrzeugen und 19 Helfern zur Stelle. Leitern werden in Stellung gebracht, ein erster Atemschutztrupp erkundet im verrauchten Schulgebäude die Lage. Kinder aus dem 2. Stock werden mit Hilfe der Einsatzkräfte über eine fix montierte Fluchtleiter vorerst auf das Dach des Turnsaales gerettet. Von dort geht es über Steckleitern der Feuerwehr weiter abwärts in den Garten und somit in Sicherheit.

 

Trotz Rauch und Nervosität zeigen die Kinder beachtliche Ruhe und Gelassenheit. Die Rettungsaktion ist nach 15 Minuten abgeschlossen. Übungs-Einsatzleiter Bernhard Riegelhofer zeigte sich mehr als zufrieden: „Lehrerinnen und Schüler haben sich vorbildlich verhalten. Obwohl niemand etwas von der Übung wusste, ist keine Panik ausgebrochen und alles sehr ruhig abgelaufen.“ Auch Direktorin Ursula Mürwald zeigte sich von der Disziplin ihrer Kolleginnen sowie der Buben und Mädchen beeindruckt: „In manchen Klassen wurden sogar die Türschlitze mit nassen Handtüchern verschlossen. Die theoretisch eingelernten Handgriffe wurden in der Praxis toll umgesetzt. Ich danke vor allem der Kritzendorfer Feuerwehr für ihr großes Engagement um die Sicherheit unserer Kinder.“

 

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