Dutzende Schutzengel müssen Sonntag Abend über einen gehbehinderten Patienten im Alten- und Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Kritzendorf geflogen sein. Der Mann war mit einer glosenden Zigarette im Bett eingeschlafen und bemerkte nicht, dass eine auf der Tuchent liegende Zeitung in Brand geriet. Ein auf der Zimmerdecke montierter Rauchmelder schlug glücklicherweise Alarm, was dem Bewohner das Leben rettete. Denn nur wenige Sekunden später stürmten die alarmierten Pflegemitarbeiter ins Zimmer, brachten den Rollstuhlfahrer in Sicherheit und löschten den Brand. Die Feuerwehr spricht von einer tollen Rettungsaktion.

Der gefährliche Zwischenfall ereignete sich am Sonntag, exakt um 17.36 Uhr. Der Ausbruch des Feuers kann deshalb so genau nachvollzogen werden, da um diese Uhrzeit ein Rauchmelderalarm aus dem vierten Stock des Alten- und Pflegeheimes in der Feuerwehrzentrale auflief. Wie in der NÖN schon oft berichtet, wird bei derartigen Meldungen ohne Nachfrage umgehend die Kritzendorfer Feuerwehr alarmiert – so wie am Sonntag auch.

Bei der Ausfahrt erfuhren die Einsatzkräfte, dass diesmal kein Fehlalarm vorlag. FF-Einsatzleiter Mag. Peter Dussmann traf sofort die nötigen Anordnungen. Bereits vier  Minuten nach dem Feueralarm fuhr das erste Tanklöschfahrzeug am Einsatzort vor. Die Feuerwehr war auf das schlimmste Szenario vorbereitet. Der erste Atemschutztrupp sprintete in den vierten Stock, wo jedoch bereits Entwarnung gegeben werden konnte.

Denn der 67jährige, im Rollstuhl sitzende Patient, war bereits in Sicherheit, ebenso der Entstehungsbrand gelöscht. Helmut Sobitschka, technischer Mitarbeiter im Heim und erfahrener Feuerwehrmann aus Kritzendorf war einer der ersten am Brandherd: „Unsere Mitarbeiter haben vorbildlich reagiert. Erst seit kurzer Zeit haben wir die technische Möglichkeit, dass bei einem Brandmelderalarm sofort eine Meldung mit der Zimmernummer am Mitarbeiterhandy erscheint. Dadurch vergeht keine Zeit und wir können sofort rasche Maßnahmen setzen.“

Die alarmierte Feuerwehr musste nur noch das verrauchte Zimmer belüften. Feuerwehrkommandant Dussmann zeigt sich von der blitzschnellen Reaktion der Pflegemitarbeiter begeistert: „Die haben wirklich vorbildlich reagiert, die Rettungskette hat perfekt funktioniert. Zudem hat sich wieder ein Mal gezeigt, dass Rauchmelder auch Leben retten können. Ich rate daher auch im Privatbereich dringend zum Kauf derartiger Warngeräte. Sie kosten wenig Geld, zeigen aber große Wirkung.“

Im Einsatz: RLFA 2000, TLFA 3000 (15 Mann)
Einsatzleiter: OBI Peter Dussmann
Einsatzdauer: ca. 1:00 Std.

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