Der 98-jährige Mann und seine 90-jährige Frau kamen aus bisher ungeklärter Ursache in ihrer Wohnung zu Sturz. Die beiden bewegungsunfähigen Opfer lagen fast 20 Stunden hilflos in ihren eigenen vier Wänden. Zu Lebensrettern wurde eine aufmerksame Nachbarin und die örtliche Feuerwehr. Die Rettungskräfte mussten zwei Türen aufbrechen, ehe sie das bereits fast ohnmächtige Ehepaar befreien konnten. Die beiden Pensionisten wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Nachdem der ehemalige Gärtnermeister Rudolf Z. und seine Frau Maria stundenlang auf Anrufe und Klopfzeichen nicht reagierten, alarmierte am Dienstag um 20.51 Uhr eine Nachbarin den Kritzendorfer Gemeinde- und Feuerwehrarzt Dr. Peter Kaufmann. Der hielt beim Haus der Pensionisten sofort Nachschau, nahm aber ebenfalls keine Lebenszeichen mehr wahr. Der Mediziner fackelte nicht lange und verständigte per Notruf die Kollegen seiner Feuerwehr.

Um zu dem Ehepaar vorzudringen, mussten die Einsatzkräfte mit speziellem Werkzeug nicht nur die massive Eingangstür, sondern auch den Zugang zum Schlafzimmer aufbrechen. Dort bot sich den FF-Männern ein erschütterndes Bild. Der 98-jährige Mann und seine 90-jährige Frau lagen hilflos am Boden, waren bereits unterkühlt und litten unter heftigen Schmerzen. Die Feuerwehrmänner leisteten sofort erste Hilfe und alarmierten den Notarzt. Wie es zu dem Unglück kam, ist nicht ganz geklärt. Vermutlich wollte der schwer gehbehinderte Mann seiner in der Wohnung gestürzten Gattin helfen und kam dabei selbst zu Sturz. Die Rettungsaktion dauerte fast eine Stunde.

Trotz seines bedrohlichen Gesundheitszustandes konnte sich Rudolf Z. noch bei den Hilfskräften bedanken: "Ihr seid's alle so lieb, ich danke euch von ganzem Herzen."

Im Einsatz: RLFA 2000, RÜST (16 Mann)
Einsatzleiter: OBI Ing. Mario Wunsch
Einsatzdauer: ca. 1:00 Std.

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